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Dem Fachkräfte-Mangel in der Pflege begegnen

Bildungsprojekt „Kompass“ zu Gast beim Netzwerk Pflege am 1. Dezember 2015

Christph Brauner, Geschäftsführer des Netzwerks Pflege, mit "Kompass"-Mitarbeiterinnen der VHS Göttingen (v.l.) Dr. Caroline Kurz, Gabriela Ölman und Gunda Laudin
Christph Brauner, Geschäftsführer des Netzwerks Pflege, mit "Kompass"-Mitarbeiterinnen der VHS Göttingen (v.l.) Dr. Caroline Kurz, Gabriela Ölman und Gunda Laudin

Ein beispielhaftes Projekt zur Qualifizierung von Pflegediensthelferinnen und -helfern stellte die VHS Göttingen bei der Mitgliederversammlung des Netzwerks Pflege Anfang Dezember in Hannover vor. Im Projekt „Kompass“ wurden 16 Frauen zu Pflegediensthelferinnen qualifiziert. Acht von ihnen waren vorher erwerbslos, die anderen in einfachen Tätigkeiten beschäftigt. Allen gemeinsam war, dass sie schlecht lesen und schreiben konnten. - Eine ungünstige Voraussetzung für eine Tätigkeit im Pflegebereich, in dem regelmäßig Berichte und Dokumentationen angefertigt werden müssen.

„In Deutschland leben schätzungsweise 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter, die nur unzureichend lesen, schreiben und rechnen können. 60 Prozent von ihnen arbeiten im Dienstleistungsbereich, wie beispielsweise in der Pflege“, erläuterte VHS-Bereichsleiterin Gunda Laudin den Hintergrund des Projektes. Diese seien „funktionale Analphabeten“, die zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben könnten, aber keine zusammenhängenden Texte. „So misslingt etwa auch bei einfachen Beschäftigungen das Lesen schriftlicher Arbeitsanweisungen“, so Laudin.

In einer Kombination aus praktischem und theoretischem Unterricht wurde eine dreijährige „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“ durchgeführt. Kooperationspartner für den fachlichen Teil der Qualifizierung war die Johanniter Unfallhilfe. Acht Seniorenheime in und um Göttingen beteiligten sich an „Kompass“, in dem sie ihre Mitarbeiterinnen einmal wöchentlich einen Tag für den Kurs freistellten und außerdem Praktikumsplätze für die erwerbslosen Teilnehmerinnen anboten.

„In Zusammenarbeit mit den Johannitern gelang es uns, Arbeitsmaterialien zu erstellen und zu erproben, die zum einen die Fachkenntnisse anschaulich vermitteln und gleichzeitig die Schreib- und Lesekompetenz der Teilnehmerinnen fördern“, berichtete Gunda Laudin. 15 Frauen bestanden die Abschlussprüfung, sieben der acht vorher erwerbslosen Frauen bekamen anschließend einen Job. Drei Teilnehmerinnen begannen eine Ausbildung zur Altenpflegerin.

Die Kosten des modellhaften  Bildungsprojektes betrugen rund 3000 Euro pro Teilnehmerin und waren komplett vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragen worden.

Eine Arbeitsgruppe des Netzwerks Pflege wird sich mit dem Konzept beschäftigen und bis zum April 2016 Vorschläge erarbeiten, ob und wie ein solches Projekt auch für interessierte Einrichtungen und Dienste der Diakonie in Niedersachsen ermöglicht werden kann. Zu der Arbeitsgruppe gehören Sabine Weber (Diakoniewerk Osnabrück), Elena Schwindt (Marienstift Braunschweig) und Astrid Theis (Diakonie-Sozialstation Burgwedel).

Weitere Informationen und Arbeitsmaterialien des Projektes unter www.vhs-kompass.de

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