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Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
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BGM in der Pflege - Interview mit Regina Sosnowski

Regina Sosnowski, Stv. PDL im Alten- und Pflegeheim der Inneren Mission Northeim e. V.

Das Netzwerk Pflege der Diakonie in Niedersachsen führt mit Mitarbeitenden aus der ambulanten oder stationären Pflege ein Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) durch. Kooperationspartner sind die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die BKK Diakonie. Das zweijährige Projekt startete im Herbst 2015. Zum Zwischenresümee wurden einige Projektteilnehmende befragt.

Regina Sosnowski ist seit 2010 stellvertretende Pflegedienstleiterin im Alten- und Pflegeheim der Inneren Mission Northeim e. V. Die 50-Jährige leitet außerdem zwei Wohnbereiche der Einrichtung. Im Alten- und Pflegeheim leben insgesamt rund 160 Bewohnerinnen und Bewohner, die von 125 Mitarbeitenden versorgt werden.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem BGM-Projekt?
In unserer Einrichtung gab es vor einigen Jahren schon einmal den Versuch, ein BGM zu installieren. Das ist dann aber etwas eingeschlafen. Ich hoffe, es gelingt uns mit diesem neuen Anlauf, es zu etablieren. BGM ist in Teilgebieten natürlich bekannt, aber bisher verbanden unsere Mitarbeitenden damit vor allem Maßnahmen zur Rückengesundheit. Aber BGM umfasst ja viel mehr, Ernährung zum Beispiel und die psychische Gesundheit. Unsere Mitarbeitenden machen ja oft eine sehr schwere und belastende Arbeit. Ich erhoffe mir vor allem viele Ansätze und Ideen für neue Angebote für unsere Mitarbeitenden.

Was spricht Sie in der laufenden Projektarbeit besonders an?
Ich empfinde es als große Wertschätzung meiner Einrichtung, dass ich diese Aufgabe übernehmen durfte. Und es wird einiges beleuchtet, was man sonst so nicht im Blick hat, etwa, wie die Schnittstellen zusammenarbeiten. Auch der Kontakt mit den Projektteilnehmenden aus den anderen Einrichtungen in den Workshops erweitert sehr den Horizont. Wir behandeln dort regelmäßig konkrete Probleme in den einzelnen Einrichtungen. Die werden dann von den nicht betroffenen Projektteilnehmern bearbeitet. Dieser Blick von außen ist sehr hilfreich!

Springt denn dieser Funke auch auf die Arbeit in Ihrem Dienst über?
Das ist natürlich unterschiedlich. Es ist schon manchmal mühsam und alle wird man vielleicht nicht erreichen können. Wir versuchen es aber, zum Beispiel mit einem vierteljährlichen BGM-Rundbrief. Was aber auf jeden Fall zur Verbreitung der neuen Anregungen beiträgt, ist die bewusste Einbeziehung aller Hierarchiestufen und Funktionsbereiche unserer Einrichtung in die hausinterne Steuerungsgruppe: Leitung, Pflegekräfte, Hauswirtschaftsmitarbeitende, Begleitender Dienst, Haustechnik und die MAV sitzen dort an einem Tisch. Es war eine sehr gute Entscheidung, alle ins Boot zu holen!

Gibt es schon konkrete Dinge, die Sie im Arbeitsalltag geändert haben, die vielleicht auch eine Anregung für andere Pflegeeinrichtungen sind?

Wir haben einen Vorschlag unserer Mitarbeiterinnen aufgenommen und einen Testlauf mit einem elektronischen Relax-Sessel gemacht. Vier Wochen lang konnten unsere Mitarbeitenden, aber auch Bewohner und Angehörige das Entspannungs- und Massagegerät ausprobieren - und alle waren sehr begeistert. Manche unserer Mitarbeiterinnen haben den Sessel ganz bewusst nach Dienstende benutzt, um sich zehn Minuten zu entspannen. Wir haben das mit einer Fragebogen-Aktion verbunden und hatten einen enorm positiven Rücklauf. Dort zeigten unsere Mitarbeitenden auch die Bereitschaft, für ein solches Angebot ein, zwei Euro pro Nutzung zu bezahlen. Und nun hat sich, sozusagen als Weihnachtsüberraschung, unsere Leitung entschieden, diesen relativ teuren Sessel anzuschaffen, der für die Bewohner kostenlos und von allen anderen gegen eine kleine Gebühr genutzt werden kann.

Wie managen Sie Ihre Arbeit im Projekt und parallel Ihre reguläre Aufgabe im Unternehmen?

Das ist natürlich eine Herausforderung, aber ich habe, glaube ich, ein ganz gutes Zeitmanagement. Und wir haben einige Projektvorgaben an unsere Bedürfnisse angepasst. Unsere interne Steuerungsgruppe trifft sich jetzt öfter, nämlich alle acht Wochen, und dafür kürzer. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.

Es ist das Jahr 2020. Was meinen Sie: Wie hat sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement Ihrer Organisation bis dahin entwickelt?

Das BGM ist 2020 bei uns gefestigt. Es landet nicht wieder in der Schublade, sondern gehört dann ins System. - Und unsere Mitarbeitenden wissen, dass BGM nicht nur „Rücken“ ist!

 

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