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BGM in der Pflege - Interview mit Markus Lenz

Markus Lenz, Leiter des Philipp-Spitta-Seniorenzentrums in Peine

Das Netzwerk Pflege der Diakonie in Niedersachsen führt mit Mitarbeitenden aus der ambulanten und stationären Pflege ein Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) durch. Kooperationspartner sind die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die BKK Diakonie. Das zweijährige Projekt startete im Herbst 2015. Zum Zwischenresümee wurden einige Projektteilnehmende befragt.

Markus Lenz ist seit 2006 Leiter des Philipp-Spitta-Seniorenzentrums in Peine. Die Einrichtung verfügt über 105 Bewohnerplätze, 70 Plätze im Betreuten Wohnen sowie 14 Seniorenwohnungen. Das Seniorenzentrum beschäftigt insgesamt 120 Mitarbeitende.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem BGM-Projekt?
Mir ist eine gesunde Einrichtung sehr wichtig, und damit meine ich nicht nur die wirtschaftliche Gesundheit, sondern auch die der Mitarbeitenden. In unserer Branche herrscht bekanntermaßen ein großer Fachkräftemangel. Deshalb ist wichtig, dass die Mitarbeitenden lange im Unternehmen bleiben - und dabei gesund bleiben. Ich bin in das Projekt gegangen mit der Erwartung, dort gemeinsam mit anderen zu erarbeiten, was ich dazu beitragen kann. Es geht darum, eine Atmosphäre in der Einrichtung zu schaffen und die Strukturen so zu entwickeln, dass unsere Mitarbeitenden gesund bleiben.

Was schätzen Sie besonders an dem Projekt?
Ich finde es sehr gut, dass wir dort gezwungen sind, uns hierarchiefrei zu begegnen und nach Lösungen zu suchen. Dadurch, dass ich Leiter bin, bin ich sowohl Mitglied der Projektgruppe als auch Mitglied der Steuerungsgruppe. Diese Sonderstellung bedeutet, dass ich beide Perspektiven in die Arbeit einbringen kann: Als Mitglied der Projektgruppe bin ich im Austausch mit Pflegedienst- und Wohnbereichsleitungen, in der Steuergruppe sitze ich mit Einrichtungsleiterinnen und -leitern zusammen.

Haben Sie schon konkrete Dinge im Arbeitsalltag Ihrer Einrichtung geändert?
Wir haben mehrere Projekte begonnen beziehungsweise umgesetzt. Als Erstes wurde bei uns der Einsatz von Hilfsmitteln in der Pflege systematisiert. Das heißt, wir haben genau definiert, bei welchem Bewohner welche Hilfsmittel eingesetzt werden. Zum Beispiel bei Herrn A., der starkes Übergewicht hat, wird beim Duschen immer ein Lifter eingesetzt oder bei Frau B., die sehr gangunsicher ist, kommt stets ein besonderer Toilettenstuhl zum Einsatz. Damit wollen wir vermeiden, dass unsere Mitarbeitenden - unter dem Motto „Das bekomme ich ohne Hilfsmittel schneller hin!“ - auf diese Unterstützung verzichten und auf Dauer Haltungsschäden riskieren. Klar, am Anfang gab es auch Widerstand, aber dann wurde es akzeptiert. Eine weitere Maßnahme war die Einführung einer neuen Dienstplan-Software, die es unseren Mitarbeitenden ermöglicht, von ihrem Smartphone von zuhause aus ihre Dienstzeiten einzusehen oder Urlaubsanträge einzugeben. Auch das nehmen immer mehr an und es spart Zeit und Nerven. Aktuell machen wir gerade eine Umfrage bei den Mitarbeitenden, um herauszufinden, welche gesundheitsförderlichen Angebote sie favorisieren. Und im Frühjahr startet ein Gymnastikangebot in der Mittagszeit, zu dem sich schon 17 Mitarbeitende angemeldet haben. In Planung sind auch Wander- und Fahrradgruppen.

Gibt es schon Resonanz bei den Mitarbeitenden Ihres Hauses?
Ja, durchaus. Es gibt sogar schon eine gewisse Erwartungshaltung, nach dem Motto: „Was gibt es Neues beim BGM-Projekt?“ Ich weise dann erst einmal darauf hin, dass wir bei unseren konkreten Maßnahmen ja noch in der Umsetzungsphase sind. Viele Mitarbeitenden sind auf jeden Fall sehr interessiert daran, das freut mich.

Wie managen Sie Ihre Arbeit im Projekt und parallel Ihre reguläre Aufgabe im Unternehmen?
Das ist wirklich schwierig und immer wieder ein Kraftakt. Man muss das wirklich wollen. Besonders, wenn noch Herausforderungen dazu kommen wie die aktuelle Grippewelle. Aber ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt!

Was meinen Sie, wie hat sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement bis zum Jahr 2020 in Ihrem Unternehmen entwickelt?
Ich hoffe darauf, dass sich die Mitarbeitenden dann nicht nur mit unserer Einrichtung, sondern auch mit unserem Leitbild identifizieren, in dem dann das Thema des achtsamen Umgangs untereinander eine zentrale Rolle spielt.

 

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