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Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
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BGM in der Pflege - Interview mit Eckhard Frohberg

Das Netzwerk Pflege der Diakonie in Niedersachsen führt mit Mitarbeitenden aus der ambulanten und stationären Pflege ein Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) durch. Kooperationspartner sind die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die BKK Diakonie. Das zweijährige Projekt startete im Herbst 2015. Zum Zwischenresümee wurden einige Projektteilnehmende befragt.

Eckhard Frohberg ist seit 2002 Qualitätsmanagementbeauftragter im Evangelischen Hilfsverein e.V. mit Hauptsitz in Hannover. Für die Mitgliedseinrichtung Brigittenstift in Barsinghausen mit rund 80 Beschäftigten   nahm er an dem BGM-Projekt teil. Das Altenzentrum betreut 81 Bewohnerinnen und Bewohner und verfügt über 24 Wohnungen im Betreuten Wohnen.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem BGM-Projekt?
Als die Idee zum BGM-Projekt 2015 im Netzwerk Pflege vorgestellt wurde, war ich sofort Feuer und Flamme und habe gedacht: Das ist genau das, was wir für das Brigittenstift brauchen. Dort war die Stimmung nach Wechseln in der Leitung und weiteren besonderen Belastungen nicht so gut. Über 50 Prozent unserer Beschäftigten sind über 45 Jahre alt und die Fehlzeiten waren damals enorm. Meine Vorstellung war, dass wir etwas Gutes für die Mitarbeitenden machen wollten. Und diese Einstellung hatte auch unser Vorstand.

Und wie läuft es jetzt?
Ich bin sehr zufrieden. Inzwischen haben wir eine Steuerungsgruppe für das Betriebliche Gesundheitsmanagement im Haus, die sehr konstruktiv und pragmatisch arbeitet.  Nach der Analyse des Ist-Zustandes haben wir eine Umfrage unter den Beschäftigten durchgeführt. An der Entwicklung der Umfrage waren nicht nur Leitungskräfte, sondern auch Mitarbeitende aus Pflege und Hauswirtschaft beteiligt, die ihre Sicht einbringen konnten. Ich denke, auch deshalb war die Resonanz erfreulich gut.

Wie ist das Interesse der Mitarbeitenden am BGM-Projekt?
Es ist allen bekannt, wird durchweg positiv aufgenommen und viele zeigen Interesse. In der Umfrage kamen gute Vorschläge und Ideen von den Kolleginnen und Kollegen, was wir verbessern können.

Haben Sie schon konkrete Dinge im Arbeitsalltag Ihrer Einrichtung geändert?
Einige der Vorschläge haben wir schon umgesetzt. Es gibt bei uns jetzt beispielsweise den „Grünen Dienstag“, an dem in allen Wohnbereichen und in der Verwaltung Obstkörbe verteilt werden, aus denen sich die Beschäftigten bedienen können. Auf sehr gute Resonanz stieß ein Workshop zum Thema „Umgang mit Angehörigen“. Außerdem findet demnächst ein Gesundheitstag für die Mitarbeitenden statt und es startet eine Walkinggruppe, die sich nach Feierabend trifft. In Planung sind weitere Angebote zur Stressbewältigung sowie zum Rückentraining.

Gibt es Ideen im BGM, die auch für die anderen Projektteilnehmer oder Einrichtungen der Diakonie interessant sein könnten?
Es gab immer wieder Beschwerden seitens der Mitarbeitenden zur Dienstkleidung. Die Kollektion wurde vor etwa zehn Jahren eingeführt und ist jetzt in die Jahre gekommen. Besonders die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege haben abwechselnd geschwitzt und gefroren. Jetzt wird - vorbehaltlich der Freigabe durch den Leiter Rechnungswesen - eine komplett neue atmungsaktivere Dienstkleidung eingeführt.

Wie managen Sie Ihre Arbeit im Projekt und parallel Ihre reguläre Aufgabe im Unternehmen?
Als Qualitätsmanagementbeauftragter habe ich flexible Arbeitszeiten, deshalb klappt das eigentlich ganz gut. Und mir machen meine beruflichen Aufgaben wirklich Spaß. Aber ich muss auch darauf achten, die tägliche Balance zu halten - und nehme zum Beispiel keine Arbeit mit nach Hause.

Was benötigen Sie zur Umsetzung der einzelnen Maßnahmen im BGM-Projekt? Was ist hilfreich? Was ist weniger hilfreich?
Viele Maßnahmen im BGM erfordern einfach hohe personelle oder finanzielle Ressourcen. Da etwas mehr Spielraum zu haben, wäre schon schön.
 
Was meinen Sie, wie hat sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement bis zum Jahr 2020 in Ihrem Unternehmen entwickelt?
Ich hoffe vor allem darauf, dass die Mitarbeitenden lernen, wirklich an sich selbst denken, also auf sich und ihre Gesundheit zu achten.

 

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