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Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
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BGM in der Pflege - Interview mit Dagmar Büscher

Das Netzwerk Pflege der Diakonie in Niedersachsen führt mit Mitarbeitenden aus der ambulanten und stationären Pflege ein Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) durch. Kooperationspartner sind die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die BKK Diakonie. Das zweijährige Projekt startete im Herbst 2015.

Dagmar Büscher ist seit 25 Jahren Mitarbeiterin im Wilhelm-Buchholz-Stift in Celle. Nach vielen Jahren als Pflegefachkraft und Wohnbereichsleiterin und mehreren Fortbildungen ist sie dort seit 2014 Pflegedienstleiterin. Die stationäre Altenpflegeeinrichtung hat 77 Plätze und weitere 12 Plätze für Tagesgäste. Das Wilhelm-Buchholz-Stift gehört zur Lobetalarbeit und beschäftigt rund 70 Mitarbeitende.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem BGM-Projekt?
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sich jahrelange Arbeit in der Pflege auf die Gesundheit der Mitarbeitenden auswirkt. Unregelmäßige Schlaf- und Essenszeiten durch Schichtdienste sind für den Körper eine sehr starke Belastung. Man muss auf sich achten und selber etwas tun, um nicht krank zu werden. Ich habe mir von der Mitarbeit im Projekt gewünscht, dass ich Impulse erhalte, wie ich das Bewusstsein dafür bei unseren Mitarbeitenden stärker anregen an.

Was gefällt Ihnen besonders an dem Projekt?
Der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen in anderen Häusern und der Austausch untereinander in der Projektgruppe ist sehr anregend, zum Beispiel bei den Fallbesprechungen. Da lernt man ganz andere Sichtweisen kennen. Die Arbeit in den BGM-Gruppen bei uns im Haus sehe ich als große Chance an, den Mitarbeitenden immer wieder zu signalisieren, dass wir das Betriebliche Gesundheitsmanagement für sie, zugunsten ihrer Gesundheit, ausweiten wollen.

Und wie nehmen die Mitarbeitenden Ihres Hauses das Projekt auf?
Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt habe ich den Eindruck, dass bei vielen angekommen ist, dass sie wirklich gehört werden und dass es uns mit den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sehr ernst ist.
Anfangs war das schwieriger und wir hatten auch Misserfolge. Bei uns im Haus fanden, parallel zum Start des BGM-Projekts, bauliche und strukturelle Veränderungen statt. Das hat bei allen viel Kraft gekostet. Deshalb wurde zum Beispiel ein eigentlich tolles Angebot zur Rückengesundheit mit einer Therapeutin, das wir in dieser Phase angeboten haben, wohl kaum genutzt.

Haben sich schon konkrete Dinge im Arbeitsalltag Ihrer Einrichtung geändert?
Seit zu spüren ist, dass unsere Mitarbeitenden das Projekt überwiegend unterstützen und als Chance ansehen, werden auch schwierige Themen in den internen BGM-Gruppen behandelt, wie beispielsweise das Thema Arbeitsabläufe, über das intensiv nachgedacht wird.
Dass auch größere Vorhaben durch vernünftige Argumente bewegt werden können, erleben wir gerade bei einem anderen Thema: Bei uns im Stift wurde eine Einleger-Mietwohnung frei und wir überlegen, diese zu einem Sozialraum für Mitarbeitende umzubauen.

Wie managen Sie Ihre Arbeit im Projekt und parallel Ihre reguläre Aufgabe im Unternehmen?
Das finde ich mitunter schwierig. Ich organisiere und leite wirklich sehr gerne Gruppen, aber das zeitaufwändige Verfassen der Protokolle ist schon immer mal eine Herausforderung.

Wagen Sie doch einmal einen optimistischen Blick in die Zukunft: Wie meinen Sie hat sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement bis zum Jahr 2020 in Ihrem Unternehmen entwickelt?
Ich wünsche mir, dass unsere Mitarbeitenden ein starkes Selbstbewusstsein als Kräfte in der Pflege entwickeln und gleichzeitig selbstständig und präventiv für ihre Gesundheit sorgen. Und wir haben den Pflegeberuf für den Nachwuchs wieder attraktiver gemacht - auch mithilfe des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

 

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