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Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
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BGM in der Pflege - Interview mit Claudia Sprung

Das Netzwerk Pflege der Diakonie in Niedersachsen führt mit Mitarbeitenden aus der ambulanten und stationären Pflege ein Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) durch. Kooperationspartner sind die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die BKK Diakonie. Das zweijährige Projekt startete im Herbst 2015. Zum Zwischenresümee wurden einige Projektteilnehmende befragt.

Claudia Sprung ist seit 2005 stellvertretende Pflegedienstleiterin der Diakonie-Sozialstation Tarmstedt im Landkreis Rotenburg/Wümme. In der Sozialstation arbeiten 45 Mitarbeiterinnen, die in der Samtgemeinde Tarmstedt und angrenzenden Orten insgesamt rund 190 Patientinnen und Patienten versorgen. Claudia Sprung ist neben ihrer Tätigkeit in der Pflegedienstleitung als Praxisanleiterin für die Auszubildenden zuständig und stellt das Berufsbild in der Ambulanten Pflege in Schulen und auf Berufsmessen vor.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem BGM-Projekt?
Wir haben sehr viele ältere Pflegekräfte. Als das Projekt begann, waren wir durch einen hohen Krankenstand der Mitarbeiterinnen in einer schwierigen Situation. Ich erhoffe mir, mithilfe der Mitarbeit im Projekt neue Wege dafür zu finden, wie wir die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen erhalten und stärken können - trotz der immensen Belastung.


Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit im Projekt? Und wie läuft es jetzt?
Besonders gut gefallen mir die Fallbesprechungen mit den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Diensten und Einrichtungen innerhalb der Projektgruppe, die vom Projektleiter Klaus Lang moderiert wird. Die Zusammenarbeit ist mittlerweile sehr vertrauensvoll und die Besprechungen erlebe ich als außerordentlich bereichernd. Bei unseren internen Projektteams war es anfangs etwas zäh, aber auch dort läuft das Procedere inzwischen ganz gut. Wir haben die Sitzungen in den Arbeitsablauf einfließen lassen können und sind jetzt in einem guten Rhythmus.

Wie sieht es mit dem Interesse und der Mitwirkung der Mitarbeitenden aus?
Diejenigen, die sich aktiv in Projektgruppen eingebracht haben, erleben es als sehr angenehm, einmal ausreichend Zeit zu haben, um sich mit einzelnen Problemen intensiv und ausführlich beschäftigen zu können. Wir haben uns beispielsweise zweimal für drei Stunden mit dem Thema Konfliktverhalten beschäftigt. Das hat wirklich viel gebracht. Ich versuche auch, für jede neue Projektgruppe wieder gezielt weitere Mitarbeiterinnen anzusprechen, auch die skeptischeren.


Haben Sie schon konkrete Dinge im Arbeitsalltag Ihrer Einrichtung geändert?
Neben der Einrichtung der internen Projektgruppen wollten wir zusätzlich etwas tun, was zur positiven Teambildung beiträgt. Jetzt findet einmal monatlich an einem Freitag ein Mitarbeiterinnen-Frühstück auf freiwilliger Basis statt, an dem die Kolleginnen, die an dem Tag im Dienst sind, auch gerne teilnehmen.

Haben Sie auch etwas gemacht, auch für andere ambulante Dienste interessant wäre?
Weil es uns ja besonders darum ging, unsere Mitarbeiterinnen zu entlasten, auch körperlich, haben wir in der Arbeitsgruppe „Hilfsmittel“ beschlossen, für alle Patienten, die dies betrifft, Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe zu bestellen. Das schont die Fingergelenke unserer Pflegekräfte.
 

Wie managen Sie Ihre Arbeit im Projekt und parallel Ihre reguläre Aufgabe im Unternehmen?
Das ist wirklich schwierig. Theoretisch habe ich in meiner Arbeitszeit Raum dafür, praktisch fällt das häufig weg. Aber irgendwie kriege ich es dann doch unter - und bin dann sehr zufrieden.


Was meinen Sie, wie hat sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement bis zum Jahr 2020 in Ihrem Unternehmen entwickelt?
Ich hoffe, dass das Thema BGM dann selbstverständlicher Teil unseres Arbeitsalltags ist - und vor allem, dass allen unseren Mitarbeiterinnen der Unterschied zur betrieblichen Gesundheitsförderung klar ist. Es ist schließlich nicht damit getan, hin und wieder einen „Tag zur Rückengesundheit“ anzubieten. Ich hoffe außerdem, dass dann alle, die in Rente gehen, dies bei guter Gesundheit tun!

 

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